Ohne Worte!

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SV Althen 90 vs. Rotation 1950 III     0:1 (0:0)

Es gibt Tage, da stellt man sich die Frage: „Ist Fußball fair?“

Heute könnte man diese Frage mit einem klaren „Nein“ beantworten, wenn man auf die 95 Minuten des heutigen Samstagnachmittags zurückblickt. Denn so richtig erklären kann man sich diese höchst unnötige Niederlage nicht, die man im ersten Heimspiel der Saison kassieren musste. Einbahnstraßenfußball hieß die Devise über sehr weite Strecken des gesamten Spiels, doch am Ende hingen die Althener Köpfe.

Was war passiert?

Mit einem enorm ausgedünnten Kader und einigen noch vom Spiel der Vorwoche angeschlagenen Spielern startete man druckvoll in die Partie, erarbeitete sich viele Torraumszenen, doch glänzen konnte der Torhüter von Rotation nur mit seinem Laufpensum außerhalb des Spielfeldes, denn Zielwasser war es nicht, was die Gastgeber vorm Spiel zu sich genommen hatten. Bis auf eine gefährliche Aktion im ersten Abschnitt war vom Gegner nicht viel zu sehen, fast alles spielte sich in der Hälfte der Leipziger ab, doch Torausbeute gleich null.

Die zweite Hälfte begann mit einer kalten Dusche für die Hausherren. Nach einer Hereingabe vom Flügel schaffte es ein Gegenspieler doch tatsächlich, irgendeines seiner Körperteile in den Ball zu werfen und traf damit aus wenigen Metern die Althener mitten ins Mark. Mit Wut im Bauch und Spielernachschub rollte eine Angriffswelle nach der anderen aufs Rotationgehäuse zu, doch ein Einschlag in die Maschen konnte nicht verbucht werden. Die Zeit tickte runter und es gab kaum ein Spieler im roten Dress, der heute nicht mindestens einen Versuch hatte, die Kiste zu treffen. Alle einzeln aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Die allerdicksten Chancen jedoch versemmelten Baumi, der den Ball aus zwei Metern nicht ins leere Tore unter kriegt und Lars, der aus ähnlicher Distanz nur den Querbalken trifft. Rotation verteidigte mit Mann und Maus, schmeißt sich in jeden Ball, fightete bis aufs Blut. Irgendwann hatte der Schiedsrichter dann aber ein Erbarmen mit Althen und erlöste sie von der Qual, hier noch ein Tor schießen zu müssen. Wahrscheinlich hatte auch er einsehen müssen, dass es am heutigen Tage einfach nicht möglich war, auch irgendwie das Leder über die Linie gedrückt zu bekommen, egal was man auch anstellen mochte. So lange zu spielen, bis Althen mal ein Tor macht wäre auch keine Alternative gewesen. Man hätte den Zuschauern noch reichlich Streichhölzer bringen müssen, denn so ein Spiel bis in die frühen Morgenstunden wäre da sicherlich denkbar gewesen.

Man spielt gefühlte 90 Minuten in eine Richtung, hat gefühlte 20:2 Torschüsse und am Ende nix in der Hand? Was ist daran bitteschön noch fair? Aber weil wir doch alle diesen Scheiß Sport so lieben, werden wir in zwei Wochen wieder da stehen und es erneut versuchen. Wie jede neue Woche auch. Vielleicht wieder weinend, vielleicht auch lachend? Es wird sich zeigen.

Somit bleibt abschließend für heute nur noch der Satz fürs Phrasenschwein: „Wer die Tore vorne nicht macht…“

Tor: 0:1 Rotation III (49.)